Castelli Tempesta – Regen ist keine Ausrede mehr!

Castelli Tempesta – Regen ist keine Ausrede mehr!

by Rainer, 27. Januar 2017

Castelli Tempesta – Schlechtwetterkleidung ohne Kompromisse

Als Rennradsportler stand ich echter Schlechtwetterbekleidung lange Zeit skeptisch gegenüber. Meist fand ich, dass sie nicht ordentlich funktionierte: entweder war sie dicht, aber kaum atmungsaktiv; oder sie war atmungsaktiv aber dafür nicht wirklich dicht. Das Ergebnis war jedenfalls meistens dasselbe: von innen nass, ganz gleich ob durch den eigenen Schweiß oder den eingedrungenen Regen. Die Klamotten waren außerdem zu schwer und häufig eine aerodynamische Katastrophe.

Als Castelli dann die Gabba auf den Markt brachte, war das ein Riesenfortschritt. Kombiniert mit Hose und Accessoires aus der Nanoflex Kollektion, waren Fahrten zumindest bei nassen Bedingungen gar kein Problem mehr. Und wenn es mal richtig schauerte, einfach Regenjacke über die Gabba und das Ärgste war abgewendet.

Leider gibt es in unseren Breiten jedoch auch viele Tage, die mehr als nur einen leichten Wetterschutz erfordern und genau dafür behauptet Castelli mit der Tempesta Schlechtwetterkollektion das richtige im Angebot zu haben. Ich hab’ mir die Sachen mal genauer angeschaut und getestet.

Die Tempesta Linie wird von Castelli als das absolute Topprodukt beworben. Aufwendigere (und teurere) Schlechtwetterbekleidung haben die Italiener nicht in ihrem Angebot. Das Set, das ich mir zugelegt habe besteht aus einer Regenjacke, einer ¾ langen Regenhose, unter der ich spezielle Beinlinge trage, Überschuhe sowie Handschuhe. Laut Castelli alles absolut wasserdicht, hoch atmungsaktiv und mit aerodynamischem Schnitt, also selbst für den harten Wettkampfeinsatz geeignet. Soll man wohl auch erwarten können, denn mit 800 Euro für das Gesamtpaket ist das Set ja auch nicht wirklich ein Schnapper.

Das Race Jacket

Das Race Jacket verfügt über Gabba-ähnliche Merkmale was Schutz, Aerodynamik, Gewicht und vor allem Dehnbarkeit des Materials betrifft. Anders als die Regen abweisende Gabba ist die Jacke jedoch aus einer neuartigen, extrem leichten und zudem hoch atmungsaktiven PTFE Membran gefertigt, die Castelli zusammen mit eVent® speziell für die Tempesta Linie entwickelt hat und die dem Träger absoluten Regenschutz bringen soll.

Mich hat schon beim Auspacken der Jacke beeindruckt, wie leicht (rund 190 g) und kompakt das Teil ist und wie gut es in meine Trikottasche passt. Das Material der Jacke ist tatsächlich äußerst dehnbar, was man vor allem an den Schultern, den Ellbogen und den Seitenbahnen spürt. Ergebnis ist eine Jacke mit körperbetontem Schnitt und minimalem Volumen, die sich aber gleichzeitig in einer aerodynamischen Radhaltung nicht einengend anfühlt.

Castelli hat bei der Jacke an viele Details gedacht. Zum Beispiel an leicht zu regulierende Armabschlüsse oder daran, dass man die schützende Jacke bei Regen, dank eines wasserdichten Reißverschlusses nicht hochziehen muss, um Zugriff auf die Trikottaschen zu haben.

Mein Fazit: Die Jacke hält auf den ersten Blick was sie verspricht. Sie ist eine extrem leichte und sportlich-funktionale Jacke ohne Alltags-Ambitionen; ein echtes Profi-Teil!. Mir persönlich hat übrigens ganz besonders der Gummizug in Hüftbereich gefallen, mit dem sich die Passform der Jacke noch weiter optimieren lässt. Auch der hochgeschlossene Kragen ist aus meiner ganz persönlichen Sicht ein Plus. 
Was mir auf den ersten Blick nicht so gefiel sind die etwas weit geschnittenen Ärmel (oder hab’ ich so dünne Ärmchen?). Außerdem bin ich skeptisch wegen des nicht abgedeckten Reißverschlusses vorne. Aber Castelli behauptet ja, der bliebe dicht.

Aber alle Theorie ist sowieso geduldig; ich werde sehen, wie sich die Jacke bei Regen auf der Tour bewährt.

¾ Hose und Beinlinge

Ich kann mich noch gut daran erinnern, dass wir früher schürzenartige Teile getragen haben, um Beckenbereich und Oberschenkel vor dem Regen zu schützen. Die Dinger hatten gegenüber Regenhosen den Vorteil, dass man unter ihnen nicht so schwitzte. Allerdings waren Unterschenkel und Füße dem Regen immer ausgesetzt und fast gar nicht trocken zu halten. Wenn man nach einer Regenfahrt abstieg hatte man fast immer nasse und oft auch eiskalte Knie.

Mit der Kombination aus speziellen Beinlingen und einer ¾ langen Hose gehören diese Probleme der Vergangenheit hat. Tempesta Beinlinge bestehen in ihrem unteren Bereich aus wasserdichtem und reflektierendem Material. Spritzwasser fließt einfach ab. Die Beinlinge trage ich zusammen mit einer Bibshort; jetzt im Winter ist das zumeist die Nanoflex. Darüber trage ich dann die Tempesta 3/4 Pant und bin so perfekt gegen den Regen geschützt.

Die ¾ Hose sitzt locker oben auf und garantiert etwas Belüftung; das ist immer vorteilhaft, auch wenn die Regenhose durch die verwendete Membran an sich ausreichende Atmungsaktivität besitzt. Die Regenhose hat elastische Inserts um sich perfekt an den Körper anpassen zu können, das Packmaß ist dermaßen klein gehalten, dass sie auch in eine Trikotasche passt. Die Hose ist eine Überhose ohne Einsätze und kann somit auch bei anderen Sportarten verwendet werden.

Mein Fazit: Super Konzept, das aus meiner Sicht keine Wünsche in Sachen Funktionalität und Tragekomfort mehr offen lässt! Ich bin eh’ ein Fan einzelner Bekleidungsteile die man je nach Bedarf kombiniert, statt einer „eierlegenden Wollmichsau“. Die Tempesta Beinlinge trage ich übrigens über meinen Überschuhen, damit Wasser einfach abfließen kann und nicht oben in die Überschuhe eindringen kann. Die großen reflektierenden Bereiche machen Sie zudem besser sichtbar und erhöhen dadurch die Sicherheit. Aus diesem Grund scheinen mir diese Beinlinge auch bestens für Touren bei Dunkelheit geeignet.

Accessoires

Castelli ergänzt die drei oben genannten Hauptbestandteile der Tempesta Linie mit einigen weiteren sinnvollen Bekleidungsstücken. Ich habe mich zunächst für Überschuhe und Handschuhe entschieden, da dass die Stellen sind, wo ich Regenwasser überhaupt nicht leiden mag. Beide Teile verfügen über ein 4 -fach Nylongewebe und eine absolut wasserdichte Membran. Auch hier wurde von Castelli viel reflektierendes Material eingesetzt.

Übrigens: um den Kopf vor Nässe und Kälte zu schützen, kann, wer mag, das Tempesta Cap (wasserdicht und atmungsaktiv, inkl. Nackenschutz) oder der Tempesta Hood (ebenso wasserdicht und atmungsaktiv, inkl. Nacken- und Halsschutz integriert) unter dem Helm tragen. Auch die Unterhelmkappen bestehen für bessere Sicherheit aus reflektierendem Material.

Tempesta im Paxistest

Die Regenjacke hatte ich ja bereits mehrfach verwendet und sie hatte immer ihre gegebenen Versprechen erfüllt. Ob bei leichtem Nieselregen, in heftigen Schauern oder bei Dauerregen: das Ding hat mich bisher immer absolut trocken gehalten. Oft hatte ich bei Regenausfahrten zusätzlich auch recht windige Bedingungen. Kein Problem für die Jacke, denn dank des aerodynamischen Fits und der Einstellmöglichkeiten an den Armen und im Taillenbereich saß die Jacke immer perfekt.

Wegen dieser rundum positiven Erfahrung hatte ich mir dann ja auch kürzlich die anderen Teile aus der Linie zugelegt: ¾ Hose, Beinlinge, Überschuhe und Handschuhe. Die konnte ich gestern zum ersten Mal zusammen mit der Jacke testen.

Gestern morgen hat es mich schon beim Rausschauen geschüttelt. Wolkenverhangener Himmel, Dauerregen und etwa 5 Grad Außentemperatur. Normalerweise gehe ich bei solchen Bedingungen mit meinen Hunden spazieren, aber keinesfalls aufs Rad. Jetzt war jedoch alles anders: ideale Bedingungen, um die Regenkollektion mal einem Praxistest zu unterziehen!

Als Hose wählte ich meine Nanoflex Bibshorts und kombinierte sie mit den Tempesta Beinlingen. Oben herum zog ich ein Langarm-Baselayer und meine Gabba an, dazu ganz nomale, leicht angeraute Armlinge. Tempesta Jacke und ¾ Hose darüber komplettierten das Outfit. Ach ja, die Überschuhe! Ganz wichtig.

Dann ging’s raus. Ich bin zur Zeit in Frankreich im Urlaub. Mein Plan war von meinem Standort Beausset aus Richtung Marseille zu fahren. Eine flache bis leicht wellige Tour, die einige Kilometer auch über die Küstenstraße führen würde, mit entsprechendem Autoverkehr. Bei Regen nichts für Warmduscher. Bis La Ciotat bin ich letztlich gefahren, also etwa 35 km auf dem Hinweg und – mit einem kleinen Schlenker am Meer entlang – nochmal knapp 50 km zurück. Dabei hat es fast in einem durch geregnet.

Während der Fahrt auf dem Rad war mir schon aufgefallen, dass ich mit der Kombination Beinlinge und ¾ Hose im Prinzip ganz gut zurecht kam. Beine und Po blieben absolut trocken und ich fühlte mich in den Sachen auch nicht irgendwie eingeengt oder gar behindert, mit einer kleinen Ausnahme. Der untere Bereich der Beinlinge, da wo der besondere Spritzwasserschutz aufgetragen ist, fühlte sich nach einer Weile etwas unangenehm an. Irgendwie steif und unflexibel, passte sich nicht so gut meinem Unterschenkel an. Aber das war echt eine Kleinigkeit, gemessen an der ansonsten tollen Performance der Klamotten. Da ich die Beinlinge über die Überschuhe getragen habe, lief auch kein Wasser in meinen Schuh. Lediglich von unten, vermutlich durch die Öffnungen für die Schuhplattenmontage drang etwas Wasser ein. Aber das ist ein anderes Thema und hat nichts mit den Castelli Sachen zu tun.

Mit der Jacke machte ich dieselben positiven Erfahrungen wie schon bei den Fahrten zuvor. Kein Flattern im Wind, kein übermäßiges Schwitzen, absolut dicht, auch an den zuvor kritisierten offen liegenden Reißverschlüssen. Lediglich am Kragen ist mir etwas Wasser hineingelaufen. Ich hatte den hohen Jackenkragen oben etwas geöffnet gelassen, weil es mir an einigen Anstiegen leicht zu warm wurde.

Was ich beim nächsten Mal allerdings anders machen werde, ist der „Unterbau“. Die Gabba hatte ich drunter gezogen weil ich damit rechnete, die Regenjacke irgendwann auszuziehen. Mit der heutigen Erfahrung werde ich jedoch zukünftig doch wohl eher zu einem normalen Thermotrikot statt der Gabba greifen. Das erleichtert den Schweisstransport nach außen und verhindert so besser einen evtl. Wärmestau unter der Jacke.

Und noch etwas: als ich nach der Regentour nach Hause kam waren meine Klamotten so verdreckt, dass ich mich fragte, wie ich die denn jetzt wieder sauber bekomme. Erst einmal hab’ ich einfach einen Gartenschlauch genommen und mich damit „abgeduscht“. Bin unter den Regensachen trotz dieser Dusche trocken geblieben, was mich in meiner Einschätzung bestärkt, dass Castelli mit der Temesta Linie ein super Produkt gelungen ist, das ich jedem Schlechtwetterfahrer nur wärmstens empfehlen kann.

Kommentare


    • Valentin
      Antworten Antwort löschen
    • Januar 30, 2017

    Hallo Rainer, Da ist in Südfrankreich das gleich Wetter wie im Rheinland. Deine Erfahrungen mit den Tempesta Jacke und Hose kann ich nur bestätigen. Tolle Sachen, da gibt es keine Ausreden mehr bei Regenwetter. Eins ist bei meiner Jacke jedoch passiert. Für die Einsteller an den Ärmel gibt es keine Magnete im Ärmel eingenäht. Die sind bei mir nach ein paar Wäschen rausgerissen. Momentan warte ich noch auf Antwort bzgl. Garantie. Castelli empfiehlt ja die Sachen einfach in der Waschmaschine zu waschen. Das hat der Dichtigkeit bisher auch nicht geschadet. Viele Grüße Valentin

    • Valentin
      Antworten Antwort löschen
    • Januar 31, 2017

    Hallo Rainer, Da ist in Südfrankreich das gleich Wetter wie im Rheinland. Deine Erfahrungen mit den Tempesta Jacke und Hose kann ich nur bestätigen. Tolle Sachen, da gibt es keine Ausreden mehr bei Regenwetter. Castelli empfiehlt ja die Sachen einfach in der Waschmaschine zu waschen. Das hat der Dichtigkeit bisher auch nicht geschadet. Viele Grüße Valentin

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