Look X-Track Pedal am Cyclocrosser

Look X-Track Pedal am Cyclocrosser

by Rainer, 20. Februar 2018

In einem früheren Blogbeitrag hatte ich ja bereits über meine Erfahrungen mit dem S-Track genannten Pedal von Look berichtet und die Gründe genannt, warum ich es nach ein paar Einsätzen von meinem Crossrad wieder runter gebaut habe. Vor allem das „Zumatschen“ nach Laufpassagen und die damit verbundenen Probleme bei Ein- und Ausstieg ließen mich schnell wieder auf mein bewährtes Shimano Pedal zurück greifen. Was mich auf das Pedal damals neugierig gemacht hatte war seine Bauart (ähnelte für mich stark dem legendären „Eggbeater“ an meinen früheren MTBs), die vergleichsweise große Kontaktfläche mit dem Schuh sowie das Gewicht, das selbst in der einfachsten Version noch um mehr als 10% unter dem des wesentlich teureren XTR Pedals (PD-M980) von Shimano lag. Aber wie gesagt, wenn dir das Pedal dann bei den Laufpassagen immer völlig zudreckt, helfen dir auch die anderen starken Eigenschaften nicht so richtig weiter.

Bei dem neuen X-Track hat Look diese, nicht nur von mit festgestellten Schwachpunkte, aufgegriffen und versucht jetzt auch in Sachen Ein- und Ausstieg zu punkten. Dazu hat man zu allererst die Cleats des Systems an den bewährten Shimano SPD Standard angepasst. Vorbei also die Zeiten des merkwürdig geformten S-Track Cleats, das sich im Crosseinsatz rasend schnell zuzusetzen pflegte. Die Verwendung des Shimano Standards SPD hat übrigens auch den angenehmen Nebeneffekt, das man den Schuh nicht wechseln muß, wenn man auf dem einen Bike ein Shimano System fährt und auf dem anderen eben das neue X-Track. Find ich für mich super praktisch! Auch die Auslösehärte kann man jetzt endlich mit 6-14 NM einstellen und so das Pedal optimal an die eigenen Bedürfnisse anpassen.

Das Look X-Track Pedal hat bei mir im Praxistest auch gezeigt, dass es weniger Schlamm „einsammelt“ als mein Shimano Pedal (zur Zeit PD-M9000). Das liegt einerseits wohl an den großen Öffnungen im Pedalkörper, andererseits hilft auch die insgesamt glattere und aufgeräumtere Oberfläche des X-Track dabei, den aufgenommenen Schmutz schneller wieder abzugeben.

Das Pedal ist an den Seiten übrigens so geschnitten, dass der „suchende Fuß“ quasi in den Einstieg hineingeführt wird (seitliche Kontakthilfe). Geht wirklich deutlich besser als bei meinen Shimano Pedalen, wo ich immer ein wenig suchen muß, bevor der Einstieg gelingt.

Vergleich Shimano Look X-Track

Wenn man die beiden Pedale nebeneinander ansieht, sieht man einerseits die Gemeinsamkeiten beim Ein- und Ausstiegsmechanismus, andererseits erkennt man auch sofort die größeren Aufstandsflächen beim Look X-Track Pedal gegenüber dem Shimano Pedal. Im Vergleich zum Vorgängermodell S-Track wurde die Kontaktfläche  nochmals um 12% auf 515 mm² erhöht (X-Track Race) , wodurch eine noch bessere Kraftübertragung gewährleistet werden soll. Und das kann ich nur bestätigen! Außerdem:  der Druck wird so gleichmäßiger auf das Pedal verteilt und die Gefahr von Druckschmerz an der Fußsohle damit deutlich reduziert. Also auch da können die Pedale gegenüber der Konkurrenz wirklich punkten. Das PD-M9000 hat beispielsweise nur knapp 230 mm² Kontaktfläche, also nicht einmal halb soviel!

Beim Achskörpers verzichtet das Look auch weiterhin auf die Möglichkeit, einen echten Pedalschlüssel ansetzten zu können. Da ich zu den Fahrern gehöre, die das Pedal bei jeder Reinigung des Rades herausnehmen und  gereinigt wieder neu einsetzen, ist das nicht tragisch. Bei einem durch Schmutz und Feuchtigkeit bedingten Festsitzen des Pedalgewindes ist der Pedalschlüssel mit seinem langen Hebel jedoch das deutlich bessere Werkzeug als ein Imbus. Das Konstruktionmerkmal mag man bedauern, andrerseits spart es deutlich Gewicht und vermindert außerdem die Gefahr, dass Schmutz und Feuchtigkeit in den Pedalkörper eindringen können.

 

Überhaupt Gewicht: in der einfachen Race Version kommt das Pedal auf etwa 360 Gramm, das mit Karbon „verzierte“ Race Carbon auf 348 Gramm (Shimano XT 340 Gramm). Wichtig scheint mir jedoch nicht nur das absolute Gewicht des Pedals, sondern vielmehr das Verhältnis von Kontaktfläche zu Gewicht. Beim einfachen Look X-Track Race sind das beachtliche 1,51, beim XT des japanischen Mitbewerbers hingegen gerade mal o,66.

Vielleicht noch eine Bemerkung zu den Cleats. Wie auch bei Shimano, gibt es die in 2 Versionen. Die Standardausführung bringt 6°Bewegungsfreiheit des Schuhs im Pedal und einen Ausstieg lediglich in einer Richtung. Für mich war das bei der Verwendung auf dem Cyclocrosser sub-optimal und ich persönlich bin dann besser mit den X-Track Easy genannten Cleats klar gekommen. Die Auslösehärte ist zwar bis zu 30% geringer, jedoch erlauben die Cleats einen multidirektionalen Ausstieg aus dem Haltemechanismus. Beim häufigeren Rein- und Raus auf dem Cyclocrosser für mich einfach besser!

Mein Fazit nach ein paar Proberitten im Gelände: wer für sein Rennrad (aus welchen Gründen auch immer) ein gutes, stylisches und vor allem leichtes MTB-Pedal sucht ist mit dem S-Track immer noch bestens aufgehoben. Für den Cyclocrosser empfehle ich ab sofort jedoch das neue X-Track Race von Look. Es steht den gewohnt überragenden Qualitäten eines XT oder XTR-Pedals in Sachen Selbstreinigung und Ein-/Ausstieg in nichts nach, übertrifft jedoch in Sachen Aufstandsfläche (und damit effiziente Kraftübertragung!) die japanische Konkurrenz um Längen.

Das X-Track Race kostet in der Standardausführung laut Hersteller übrigens 64,99 Euro, für die Karbonversion werden 99,99 Euro fällig. Wer zudem noch statt einer CroMo Achse eine aus Titan benötigt, der muß laut Look dafür 199,99 Euro auf den Tisch legen. Neben den 3 Race Versionen gibt es auch noch eine Basisversion, die etwas einfacher aufgebaut ist und mit 49,99 Euro ein nicht allzu großes Loch in das Budget reisst.

 

Kommentare


    • Cris
      Antworten Antwort löschen
    • April 17, 2018

    Das auf den Fotos ist aber kein pd m9000?!

      • Antworten Antwort löschen
      • Juni 1, 2018

      hast du natürlich Recht, Cris

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